Gilsbach - im Wandel der Zeit

„Des Gilsbachers Hauptzug ist Roh- und Grobheit. Er ist sparsam und lebt schlecht, obwohl seit einigen Jahren der Luxus in der Kleidertracht anfängt, und er sich der Wollust ergibt, was ins Verderben führt. Er hat einen unbändigen Bauernstolz, ist luxuriös auf alle Art, prozesssüchtig, zänkisch und wollüstig. Ein einziger macht mehr zu schaffen als ganz Struthütten zusammen.“

So beschrieb im Jahre 1812 der Amtmann Duncker den besonderen Charakter der Gilsbacher Bürger. Sie schienen einen recht tiefen Eindruck bei ihm hinterlassen zu haben. Überhaupt bekommen wir von Amtmann Duncker eine sehr präzise Aufzeichnung, wie das Dorf sich zur Zeit Napoleons ausnahm:

„Danach hatte Gilsbach 51 Häuser und ein Schulhaus. Die Einwohnerzahl betrug 332 Personen. In der Landwirtschaft wurde spärlicher Ackerbau, vor allem Flachsanbau, Viehhandel und Kohlenbrennerei betrieben. Es gab 2 Schuster, 2 Schneider, 3 Wirte, 2 Leinweber, 3 Krämer und 1 Wagner. Bis auf 4 Lutheraner seien alle anderen Reformierte. Die Gemarkung Gilsbach ist etwa 740 ha groß, wovon allein 630 ha allein Wald und Hauberg waren. Der Boden wäre felsig und kaum mit Erde bedeckt. Das Klima kalt und nebelig. In der Gemarkung liegt als einziger Reichtum das Bergwerk Bautenberg wo Eisen- (Stahlstein) und Bleierz abgebaut wurde“

Man sieht Gilsbach war auf die eine Art, nämlich dem Charakter nach einzigartig, aber doch ein typisches Dorf, wie es sich so ähnlich überall in unserer Region zu dieser Zeit präsentierte.

Ebenso sind die Geschicke des Ortes eng verknüpft mit der Entwicklung des Gebietes im südlichen Siegerland.