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Ein wenig jünger

als vom jetzigen Hauptort Burbach scheint die offizielle Geschichte von „Gyltzbach“ zu sein, denn die erste Erwähnung befindet sich auf einer Urkunde vom 24. Juni 1350, als Beiname der Erben Denard und Johan aus der Adelsfamilie der Selbach (die Schreibweise „Seelbach“ ist neueren Datums), welche hierin mit der Burg Hohenselbach vom Grafen von Sayn belehnt wurden. Doch ist anzunehmen, dass nicht urplötzlich eine Siedlung in dem Seitental des Obergrundes entstand. Vielmehr geht man davon aus, dass Gyltzbach in diesem Seitental am Ende der planmäßigen mittleren Siedlungsperiode (6.-10. Jahrhundert) des fränkischen Großreichs gegründet worden ist. Insbesondere da zu dieser Zeit Trockenlegungen von Tälern und Rodungen von Auenwälder von den Landesherrn angewiesen wurden.

Nachdem man also den Auenwald gerodet, die feuchten Talböden entwässert und dann das Wasser in die Bachbette des Sehmbach und Rosenbach geleitet hat, bauten die Menschen ihre Häuser ins nun besiedelbare Tal. Denn, wo heute in der Ortsmitte der Sehmbach und der Rosenbach aus Rohren zusammenfließen und der Bachlauf von nun an Gilsbach heißt, war die Lage ideal, nach allen Seiten windgeschützt und nur nach Südwesten offen.

Der Name des Dorfes könnte seinen Ursprung aus dem keltischen „gil“ für Wasser oder Tal haben. Wie das Dorf selbst so hat sich auch das Schriftbild seines Namens im Laufe der Jahrhunderte verändert und entwickelt: Aus Gyltzbach wurde dann, über Gilczbach, Giltzbach, Gilspach, Giilßbach, Giltzpach und Gilßbach, endlich das heutige Gilsbach. Wobei man vermutlich ein ähnliches Verhalten beim Schreiben annehmen kann, wie es unseren heutigen Grundschülern beigebracht wird: „Schreibt es so, wie ihr es hört!“

Zu Anfang gab es noch eine Unterscheidung in Ober-Gilsbach und Gilsbach selbst. Man vermutet, dass mit Obergilsbach eine Waldschmiedesiedlung auf dem Schmidthain und am Pfaffenwald gemeint ist. Sie wird in der herbstlichen Steuerschätzung im Jahre 1461 ausdrücklich erwähnt. Kaum hundert Jahre später wird aber in der Steuerliste von 1532 nur noch von Gilsbach allein gesprochen. Es wurden darin 130 Einwohner gezählt. Sicherlich ohne den Adelsstand, der natürlich keine Steuerabgaben zu leisten brauchte.

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