Schriftliche Aufzeichnungen belegen,

dass der Hauberg eine sehr lange Tradition im Ort Gilsbach hat. Denn schon damals im 15.Jahrhundert hatte das umfangreiche Waldgebiet, 383 Hektar groß, den Hauptfaktor in der Wirtschaftsleistung getragen. Damals wurde der Hauberg ringsumher zumeist für die Gewinnung von Holzkohle für die Metall-Verarbeitung genutzt. Aber hierzu später mehr. Der Rest von Gilsbachs Grund ( 27 Hektar Ackerfläche und 26 Hektar Wiese) trug zur Nahrungsmittel-Erzeugung in der Landwirtschaft bei.

Man könnte meinen, Gilsbach läge so abseits, dass das Weltgeschehe daran vorüber ginge und man ohne viel Aufhebens seinem täglichem Broterwerb nachgehen könnte. Doch weit gefehlt. Die großen Krisen und Ereignisse der deutschen und europäischen Geschichte hinterließen auch in Gilsbach ihre Spuren:

Während der Türkenkriege musste auch in Gilsbach die sogenannte Türkensteuer von mehr als 28 Gulden ab dem Jahre 1532 entrichtet werden. So mussten im 30-jährigen Krieg im Mai 1626 74 Soldaten, 19 Weiber und Kinder und drei Pferde versorgt werden, was 30 Reichstaler an Löhnung, Bier und Sonstigem kostete.

Zu der Zeit des Berichts von Amtmann Duncker während der Napoleonischen Kriegsunruhen musste Gilsbach von November 1813 bis Januar 1814 Einquartierungslasten an die russischen Truppen des Korps Langerow leisten. Sogar an der Schlacht bei Waterloo (18. Juni 1815) nahmen im Regiment des Prinzen von Oranien als einfache Soldaten fünf Gilsbacher teil: Johann Klein, Engelbert Becker, Engelbert Euteneuer, Peter Oerter, Gottfried Ring. Und später dann im Oktober 1815 lag in Gilsbach noch eine halbe Kompanie des Regiments Oldenburg.

Während des Revolutionsjahres 1848 wird zur Wahl des Abgeordneten zur Nationalversammlung in Berlin ein Wahlmann Joh. Heinr. Sauer aus Gilsbach aufgeführt. Während der Kriege 1866 und 1870/71 haben aus Gilsbach der Landwirt Phil. Scholl, die Landwirte Wilh. Grau und Ludwig Leicht, der Bergmann Wilh. Petri und der Gastwirt Heinr. Scholl teilgenommen.

Wie überall in Deutschland war die Bevölkerung bedroht durch Krankheit und wilden Tieren. Es bleibt zu hoffen, dass sich nicht heute wiederholt, was vor 400 Jahren gang und gäbe war. So wird im Sterberegister des Pfarrers Dilphius im Jahr 1647 berichtet, dass

„Anthonius Öhrter zu Gilspach ward von einem raysenden Wolph gebissen, woran er auch verstarb.“

Ob es die Verletzungen oder die Tollwut war, wie oft in jener Zeit, lässt sich nur vermuten.